Ratschläge von John Bogle für Anleger

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In den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts setzte sich in der Finanzwissenschaft die Erkenntnis durch, dass Aktienkurse nicht vorherzusagen sind und für den Anleger systematische, breite Streuung die wichtigste Basis ist. 1970 bekam Paul Samuelson hierfür den Wirtschaftsnobelpreis. Bis heute ist das bei dem Großteil der Bankenindustrie nicht angekommen, doch einige wenige Institute haben damals begonnen umzudenken. Das war die Geburtsstunde der kostengünstigen Indexfonds. Der erste Indexfonds für Privatanleger wurde 1973 von John Bogle in den USA mit seinem Unternehmen Vanguard aufgelegt. Er gilt somit als Gründer der Indexfonds. Unlängst hat er einen Artikel für das CFA Institute der Universität Cambridge veröffentlicht, in dem er seine 65-jährige Erfahrung an den Kapitalmärkten in einigen wenigen Regeln zusammenfasst. Diese prägnante Zusammenfassung halten wir für jeden Anleger für sinnvoll. Diese Regeln sollte man sich regelmäßig vor Augen halten.

 

1. Sie müssen investieren

Das größte Risiko, dem Anleger ausgesetzt sind, ist nicht die kurzfristige Schwankung der Märkte, sondern vielmehr die Gefahr, keine ausreichende Rendite auf ihr Kapital zu erwirtschaften, während es sich vermehren soll.

 

2. Die Zeit ist Ihr Freund

Zu investieren ist eine vortreffliche Gewohnheit, mit der man am besten früh beginnt. Genießen Sie die Magie des Zinseszinses. Selbst moderate Investitionen in den frühen 20ern können erstaunliche Höhen erreichen, wenn man ein ganzes Leben Zeit hat.

 

3. Der Impuls ist Ihr Feind

Emotionen haben in einer Anlagestrategie nichts verloren. Haben Sie rationale Erwartungen an zukünftige Renditen und ändern Sie diese nicht aufgrund vorübergehender Launen und Gerüchte der Börsenexperten. Vermeiden Sie es nach augenscheinlich „einmaligen Überlegungen” zu handeln, die in Wirklichkeit Millionen andere auch haben.

 

4. Grundlegende Mathematik hilft

Die Nettorendite Ihres Portfolios ist schlicht die Bruttorendite abzüglich der Kosten, die Sie verursachen oder die Ihnen verursacht werden. Halten Sie Ihre Investmentkosten niedrig. Denn das Joch der Kosten kann das Wunder des Zinseszinses leicht zerstören.

 

5. Halten Sie es einfach

Grundlegendes Investieren ist einfach – eine Balance zwischen Aktien, Anleihen und Bargeldreserven; eine diversifizierte Auswahl von durchschnittlichen und hochwertigen Wertpapieren; ein Kompromiss zwischen Risiko, Rendite und (wie zuvor) Kosten.

 

6. Vergessen Sie niemals die Rückkehr zum Mittelwert

Die starke Performance eines Investmentfonds wird sehr wahrscheinlich zum Aktienmarktdurchschnitt zurückkehren – und oft sogar noch darunter. Denken Sie an den biblischen Spruch, „so werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.” (Matthäus 19,30)

 

7. Halten Sie den Kurs

Ganz egal, was an den Märkten passiert, bleiben Sie bei Ihrer Anlagestrategie. Die Strategie zur falschen Zeit zu wechseln kann der fatalste Fehler sein, den Sie als Anleger je machen werden. (Fragen Sie einfach Investoren, die einen signifikanten Anteil ihres Portfolios in Bargeld verwandelt haben, als die Krise ihren Höhepunkt erreich hat, nur um dann den bisher achtjährigen Bullenmarkt ganz oder teilweise zu verpassen.) „Halten Sie den Kurs”, das ist der wichtigste Rat, den ich Ihnen geben kann.

 

Den vollständigen Artikel von John Bogle können Sie im Financial Analyst Journal im englischen Original nachlesen.

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